PC zusammenstellen: Manchmal tun das Kinder

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Ohne den eigenen PC geht heute gar nichts mehr. Die zahlreichen, oft winzigen Komponenten, wie Leiterplatten, Chips und Co. können in modernen Industrienationen mit Hilfe intelligenter Roboter zusammengesetzt werden. Anders sieht es in den Entwicklungsländern aus: Hier ist das an der Tagesordnung, was wir uns in westlichen Regionen nicht vorstellen können: Kinderarbeit. Kinder müssen den PC zusammenstellen, auf dem Feld arbeiten, Teppiche knüpfen oder werden gar als Haussklaven gehalten. Möglichkeiten der Kinderarbeit gibt es viele und ebenso viele Kinderarbeiter verzeichnet so manche große Hilfsorganisation. So ist Schätzungen von terre des hommes eine Kinderarbeiterzahl von 218, Schätzungen von UNICEF zufolge eine Zahl von 158 Millionen weltweit realistisch.

Warum kommt es zu Kinderarbeit?

Die Kinderarbeit kommt vorwiegend in den Entwicklungsländern vor. Sie resultiert beispielsweise in Südostasien aus den Schulden der Eltern. Sie leihen sich bei ihren Arbeitgebern Geld zu horrenden Zinsen. Im Gegenzug verpflichten sie sich, so lange für den Geldgeber zu arbeiten, bis die Kredite samt Wucherzinsen zurück gezahlt sind. Dass das aber aufgrund der niedrigen Löhne kaum möglich ist, erklärt sich von selbst. So werden die Menschen zu Sklaven ihrer Arbeitgeber und die Kinder müssen ebenfalls mit anpacken.

Ebenfalls ist es in vielen östlichen und armen Ländern so, dass die Verdienste so gering sind, dass damit keine Familie ernährt werden kann. So müssen Eltern mit einem Einkommen von weniger als einem US-Dollar eine ganze Familie ernähren. Das geht nicht und so müssen die Kinder von klein auf mit arbeiten und eben unter anderem einen PC zusammenstellen. Dadurch sollen Kinder zum Einen das nackte Überleben der Familie sichern, zum Anderen auch ihre Dankbarkeit zeigen.

Teufelskreis Kinderarbeit

Ebenfalls zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Kinderarbeit ein Teufelskreis ist, der kaum durchbrochen werden kann. Kinder, die arbeiten, haben keine Zeit, um in die Schule zu gehen. Ihre Eltern sehen es auch nicht als notwendig an, dass sie lernen, sie müssen mit helfen, den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Durch die fehlende Ausbildung oder die Besuche der Schule für wenige Stunden, in denen die Kinder aufgrund der Müdigkeit dem Lehrstoff nicht folgen können, werden sie es später nie zu etwas bringen. Sie müssen sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten und schicken auch ihre Kinder später zur Arbeit, anstatt in die Schule.

Was tun gegen Kinderarbeit?

Natürlich ist es nötig, etwas gegen die Kinderarbeit zu tun. Dennoch sollten westliche Verbraucher keinen Boykott der durch Kinderarbeit zusammengestellten PCs ins Leben rufen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein solcher Boykott dafür sorgt, dass die Kinder entlassen und die Familien keine Chance mehr zum Überleben haben. Es gibt aber kombinierte Projekte, die die Kinder nur in Teilzeit beschäftigen, sie aber ebenfalls zur Schule gehen lassen. Hinweise darauf geben entsprechende Auszeichnungen einschlägiger Hilfsorganisationen und deren Waren und PCs sollte der westliche Verbraucher kaufen.